Roter Hödeken (Sieben Berge) und Brauner Hödeken (Eimsen bis Wrisbergholzen)

(Gerhard Kraus)

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Der Edle Burchard von Eimsen aus der Familie derer von Bornum war ein Ritter zur Zeit des Hildesheimer Bischofs Adelog (1171 – 1190) und eng mit den Grafen von Wohldenberg verbunden. Burchard wird seit 1178 oft in Urkunden genannt und besaß vermutlich im Zentrum von Eimsen einen Großhof, aus dem sich später zwei Meierhöfe entwickelten. Sie gehörten dann zu den zwei voneinander getrennten Dorfhälften. So unterstand die eine denen von Reden und die andere denen von Wrisberg.

 

Die v.Wrisbergschen Höfe mussten ihre Herrendienste in Wrisbergholzen ableisten, weswegen der Talweg zwischen dem Ort und Adamis Hütte heute noch „Herrendienstweg“ heißt.
Die 1855 neu erbaute Kirche ist wegen eines im Mittelstück erhaltenen Altarschreines sehenswert. Sie ist St.Gangolf geweiht, wenngleich heute meist St.Pankratius herangezogen wird. Das Gotteshaus liegt unterhalb eines auffallenden Hügels direkt gegenüber den beiden Eimser Haupthöfen und damit an der Schnittstelle der Siedlungsteile – bergauf v.Reden, zur Leine hin v.Wrisberg.
 

 
Zu jeder Adelsfamilie gehörten im 16.Jahrhundert ein Ackerhof und acht Kotsassen. Als Abgabe galten der Zehnte von Pflanzen und Tieren, Grundzins, Kopfsteuer und Frondienst, im Wald war Wolfsjagd zu leisten. Bei den Herrendiensten gab es im 18.Jahrhundert Vorschriften für die Hand- und Spanndienste, die Bereitstellung der Gerätschaften und die Verköstigung.
 
 
Eimsen unterstand 1578 dem Landgericht im Alten Dorf und bei Fragen des Hochgerichts dem „Peinlichen Halß Gerichte zu der Wintzenburgk“.
 
 
Die Eimser Bauern konnten ihr Vieh zur Hude in den großen Meineberg treiben und in diesem Teil der Sieben Berge auch Holz hauen.
 
  
Die Volkszählung von 1871 nannte 280 Einwohner, davon 196 am Ort geboren, alle „Preußen“ (seit 1866), evangelisch, 70 unter 10 Jahre alt und 39 Analphabeten. Sie wohnten in 43 Wohngebäuden. Alfeld hatte zu diesem Zeitpunkt 2815 und Wettensen 145 Einwohner.
 

1788 zog sich der Ort Eimsen ähnlich wie noch 1840 lediglich im Bachtal entlang. Vom östlichen Dorfende geht es bergaufwärts in Richtung Adamis Hütte. Alte Flurnamen wie „Heimbergs Stall“, „Hackelmanns Grund“, „Stein-Thal“ und „Pinkenborg“ begleiten die „Eimbser Schleye“, also den „Herrendienstweg“ – ein Weg mit zwei Namen.   


 
Mit dem Himmelberg und dem Heimberg sind die direkt anschließenden Berge angesprochen. Sie wurden im 19. und 20.Jahrhundert systematisch aufgeforstet. Daran erinnern noch der erste, als „Zwille“, und der 1985 errichtete dritte Himmelbergturm. 

 
Vor 1740 entstand eine Karte, die die Sieben Berge und damit auch den Eimser Bereich zeigt. Über die Höhen ging der Herrendienstweg in Richtung „Bollhasental“ und von dort erneut auf die Berge um Rennstieg bzw. Königsweg.
 

  

Der Herrendienstweg endete bei der St.Martins Kirche bzw. bei der Burg und später dem Schloss Wrisbergholzen.


 
Zu der Waldnutzung der Dörfer kam die der Stadt Alfeld. Für Alfeld waren die Flößerei und die Brückenreparatur von besonderer Bedeutung.

 
Dazu trat der Bau und die Unterhaltung fast aller Gebäude. Beim Rathaus benötigte man Holz u.a. für „Stube“, Gefängnis, Dach und Ratskeller.
Für die Mühlen lieferte der Wald neue Wellen, Schüttstangen, Gerinnebohlen, Schutzbrückenteile und Fußböden. Hinzu traten Balken, Bretter und Stangen für die Ziegelhütte, „Schweinekoven“, den Pferdestall und „Kanal“ am Neuen Krug, das „Holzer Porthaus“, die Dragonerkaserne auf dem Stallhof, Holzwasserleitungsrohre usw.
Für die Häuser der Einwohner sind erwähnt: Grundholz, Riegel-, Ständer-, Bände-, Säulen- und Bohlenholz. Zu erwähnen sind natürlich noch Brennholz und Laub als Einstreumaterial in den Ställen.
 
  
 
Besonders viel Holz benötigte die Dachkonstruktion der St. Nicolai- Kirche.  Das Gotteshaus entstand aus einem zunächst kleinen Gebäude und wurde im Laufe der Zeit immer wieder vergrößert. Unklar ist bislang sein Alter. Der späteste Ansatz scheint das Jahr 1205 zu sein.
 
 
 
Die früheste Verehrung des Nikolaus von Myra in Deutschland  begann in Eichstätt durch den angelsächsischen Gründerbischof Willibald, einem Zeitgenossen des Winfrid- Bonifatius. Willibald hatte sich zeitweise in Jerusalem und Konstantinopel wie auch 723-724 in der Geburtsstadt des Nikolaus, nämlich Patara, aufgehalten.   Die nächste Phase der Förderung des Nikolauskultes erfolgte durch die Kaiserin Theophanu, der Frau Kaiser Ottos II. Sie stammte aus Byzanz bzw. Konstantinopel.  Kaiser Heinrich II., der mit der Hildesheimer Domschule eng verbunden war, stand der Nikolausverehrung ebenfalls nahe. Ferner war es bei Bischof Konrad I. von Hildesheim der Fall. Als Kanzler des Römischen Reiches weihte er 1197 die Nikolaus-Basilika von Bari, in der sich seit dem späten  11. Jahrhundert die Gebeine des Nikolaus befanden. Schließlich ist die Verbreitung von Nikolaus-Kirchen im Gebiet der Hanse zu nennen. Die hansischen Fernhändler verehrten den Heiligen. Zu ihrer Gruppe gehörten auch die Alfelder Gewandschneider mit  ihrer Beziehung zu der St.Nicolai-Kirche und dem Rathaus als Rat-, Hochzeits- und Kaufhaus.
 
 
 
Das Gildefenster von 1668 in der St.Elisabeth-Kapelle zeigt die Wappen der städtischen Berufsgruppen, die direkt und indirekt auf Holz angewiesen waren.
 
 
 
Die Berge östlich der Linie Rheden – Alfeld – Freden bilden in sich die Gruppen Sieben Berge, Vorberge und Sackwald. In ihrem Bereich gibt es von der einheimischen Bevölkerung als Kulturträger überliefert 37 Sagen. Hinzu kommen Flurnamen, die ebenfalls religiös-kultische, historische und wirtschaftliche Gegebenheiten andeuten. Die Ortsnamen zeigen die Siedlungsentwicklung auf den unterschiedlichen Gesteins- und Bodenschichten an.
 
 
 
Genaue Messungen ermöglichten die Wiedergabe von Gebietsteilen, Wegeverläufen und Namen.
1889 enthalten die Karten bereits Hinweise auf Aussichtstürme und damit indirekt das Vorhandensein von Wanderwegen.
Geblieben ist über Jahrhunderte hinweg der unterschiedlich genutzte Rennstieg.
Auch weisen Karten auf die Besitzverhältnisse, so z.B. vieler verschiedener
Orte in einem verhältnismäßig kleinen Raum. Die entsprechenden
Waldverträge entstanden meist in dem Zeitraum 1780 bis 1835. Die Ablösungen von den ursprünglichen Besitzverhältnissen gehören oft in die Spanne von 1825 bis 1855, während die Aufgabe der Herrendienste meist um 1840 erfolgten.
Nach der Anlage des Wanderwegenetzes folgte 1890 die Herausgabe einer Karte durch den 1883 entstandenen Alfelder Verschönerungsverein und 1915 gab der 1914 gegründete Verkehrsverein einen Führer durch die Stadt und ihre Umgebung heraus. Darin wurden die Wegezeichen erwähnt:
Die Strecke Alfeld – Himmelberg – Hohe Tafel zeigte die Farben weiß – rot – weiß, der Abzweig in Richtung Wernershöhe hatte rote Kreuze auf weißem Felde. 1921 kam es zu der Zusammenlegung der beiden Vereine bei Integration des Vereins für Heimatkunde. 1915 baute man die Adamis Hütte und 1926 den Ernst-Binnewies-Turm auf dem Tafelberg. Diese Tradition wurde seitdem fortgesetzt. 
 
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