Bildergalerie: Der Königsweg

(Text und Fotos: Gerhard Kraus) Literatur zum Königsweg

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Der Königsweg gehört zu den regionalen Straßen der Vergangenheit und der Gegenwart. Er verband im Mittelalter die politischen und wirtschaftlichen Zentren des Vorharzgebietes und ist heute noch in einigen alten Teilstrecken erkennbar. Das bekannteste Zwischenstück ist dabei der Rennstieg. Dieser Höhenweg zieht sich von der Hohen Schanze bzw. Winzenburg bis Eberholzen. Gleichzeitig ist er die Verbindung von Gandersheim nach Hildesheim. Königsweg und Rennstieg sind hier also weitgehend identisch. Erforscht haben Wilhelm Lampe und Friedrich Freitag die „Spuren des alten Königsweges Brüggen – Dahlum – Werla“ für einen 1963 erschienenen Aufsatz. Ihre gelände- und überlieferungskundliche Untersuchung konnte ab 2001 als Grundlage für einen Wander- und Fahrweg genutzt werden. Er wurde im Jahre 2005 mit einer Veranstaltung auf dem Schlossgelände in Brüggen eröffnet. Zahlreiche Informationstafeln ergänzen die Wanderschilder auf der gesamten Strecke. Viele Mitglieder von heimatkundlich tätigen Vereinigungen haben sich zusammengetan, um das geschichtliche Wissen der Bevölkerung zu bereichern. Dies geschieht durch die Wegeausschilderung ebenso wie durch Veröffentlichungen, Führungen und unterschiedliche Veranstaltungen.
 
Die ottonischen Königshöfe und Pfalzen als zeitweilige Aufenthaltsorte der Herrscher mit Gefolge und Tross lagen hierzulande unter anderem in Brüggen, Königsdahlum und Werla. Dies setzte ein gutes Wegenetz voraus. Es heißt zum Beispiel im Sachsenspiegel: „Die Königs Straße soll sein so breit, daß ein Wagen dem anderen ausweichen kann. Der leere Wagen soll ausweichen dem geladenen und der minder beladene dem schweren. Der Reiter weiche dem Wagen aus und der Fußgänger dem Reiter. Sind sie aber auf einem engen Wege oder auf einer Brücke und verfolgt man einen Reiter oder Fußgänger, so soll der Wagen stillstehen, bis sie vorübergekommen sind. Welcher Wagen zuerst auf die Brücke kommt, der soll zuerst hinübergehen, er sei leer oder beladen“.
 
Ferner galt auf den königlichen Straßen ein Friedensgebot.
 
Aus der Zeit Karls d. Gr. kennt man Staatsbotenanstalten mit der Möglichkeit des Pferdewechsels. Sie dienten dem Herrscher und den „Regierungsbeamten“. Diese nutzten die Straßen ebenso wie Händler, Reisende und die in der Region Wohnenden. Die unterschiedliche Geschwindigkeit deutet sich nach wie vor in den Worten „Vor - Gänger“, „Vor - Läufer“ und „Vor - Reiter“ an. Die Verkehrswege sind bereits durch bronzezeitliche Grabhügel deutlich sichtbar. Die Lage der Hügel ist sogar oft den heutigen Straßen, Forst- und Wanderwegen zugeordnet, so dass natürliche Gegebenheiten und moderne Zwecke einander entsprechen. Dies muss demzufolge auch für die Eisenzeit gelten, als sich die einheimischen Völkerschaften in friedlichen und auch kriegerischen Perioden mit dem römischen Reich auseinandersetzten.
 
Boten als schnelle Nachrichtenübermittler konnten schmale, steile und damit kurze Strecken wählen. Größere Menschen- und Warenmengen bevorzugten die überregionalen Straßen. Dazu gehört neben der heutigen B 3 als Nord – Süd –
Verbindung die B 1, also der uralte Hellweg aus dem Rheingebiet nach Elze bzw. Hildesheim und über Magdeburg hinaus nach Osten. Der dazu parallel verlaufende Königsweg zog vom Brüggener Königshof an der Kirche „St. Maria zu den Sieben Bergen“ einerseits über den Brüggener Stieg, auch Holzer Schlei genannt, in Richtung Eberholzen, ferner durch die Arkenschlei auf der Berghöhe bleibend beim Herrenholz zum Rennstieg in der Höhe von Westfeld. Der Königsweg, hier gemeinhin als Rennstieg bezeichnet, verläuft über Wernershöhe und den Adenstedter Berg bis zum Bereich nahe der Hohen Schanze bzw. der Winzenburg. Von dort geht er durch Hornsen und Graste an der Hellequelle vorbei zu einem großen Hohlwegfächer im Hartlah, um über Liermunde (heute Neuhof) die Harplage querend bis zur ehemaligen Pfalz Königsdahlum zu verlaufen. Nach Dahlum und Ortshausen folgen der Deitweg und die nur in Luftbildern noch erkennbare Numburg, der Schreckenberg und die Pöbbekenmühle. Die „Heerstraße“ geht dann an dem Weiler Rohde mit seiner Turmhügelburg vorbei zum Kanstein bei Langelsheim und als „Königsweg“, „Weißer Weg“ bzw. „Helleweg“ der Schierksmühlen bis Schladen. Vor dort aus ist schnell die Werla zu erreichen.
 
Das Wegenetz diente Fußgängern, Reitern und Wagen zur Erreichung ihrer Ziele und war besonders in der Zeit der Karolinger und Ottonen von hoher Bedeutung. Die Verkoppelungen und die Anlage neuer Straßen und Wege haben sie oft untergehen lassen, wenngleich einige Strecken nach wie vor erhalten blieben. Der heutige „Königsweg“ verläuft damit immer im Bereich der historischen Verbindungen, gelegentlich auch in den originalen Abschnitten.

 

 

 

 

 

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